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Wesenstest Niedersachsen "gefährlicher Hund"

8. September 2023

"Gefährlicher Hund" Wesenstest in Niedersachsen

In letzter Zeit werden immer häufiger Hunde in Niedersachsen als gefährlich erklärt. Grundsätzlich sind in Niedersachsen zunächst alle Hunderassen gleich, d.h. wir haben keine Rasselisten, nach denen Hunde in "Gefährlichkeit" eingestuft werden.
Ich habe vermehrt Hunde bei mir im Training die Aggressionen zeigen und /oder zum Wesenstest müssen.
Die Gründe für das aktuell vermehrte Auftreten sind sicher vielfältig und ein eigenes Thema für sich!
Und das zieht sich tatsächlich durch alle Rassen durch, auch die achso freundlichen Familienrassen....

Wann wird ein Hund als gefährlich eingestuft?
In aller Regel durch Ordnungsämter der Städte und Landkreise, Abteilung Gefahrenabwehr. Ein Hund, egal welcher Rasse, wird bei einem Vergehen oder durchaus auch zur Gefahrenabwehr als gefährlich eingestuft. Dieses kann z.B. durch einen Beißvorfall mit einem anderen Hund geschehen oder Dein Hund hat einen Menschen angegriffen oder sogar verletzt. Manchmal auch schon zur Gefahrenabwehr, wenn ein Hund z.B. auf einem Grundstück Aggressionen zeigt und Passanten sich nicht mehr an diesem Grundstück vorbeitrauen.

Sobald dem Ordnungsamt oder Veterinäramt eine solche Meldung vorliegt, bekommt der betroffene Hundehalter in der Regel einen sogenannten Anhörungsbogen und wird zur Stellungnahme aufgefordert.
Die Meldung erfolgt, wenn die Polizei eingeschaltet wurde oder auch wenn eine Person durch einen Hundebiss ins Krankenhaus oder zum Arzt geht. Dann erfolgt meistens eine automatische Weitermeldung. Es kann jedoch auch sein, das sich die geschädigte oder vermeintlich geschädigte Person direkt ans Ordnungsamt wendet und den Vorfall dort bekannt gibt.

Was ist nun zutun?
Wichtig ist, in jedem Fall auf die Stellungnahme reagieren. Im Idealfall suchst Du jetzt einen Sachverständigen und/oder erfahrenen und behördlich anerkannten Hundetrainer oder Verhaltensberater auf.
Dieser erstellt ein Gutachten über Euren Hund und testet ihn in verschiedenen Situation und konfrontiert Euren Hund mit ähnlichen Gegebenheiten, wie sie im aktuellen Fall aufgetreten sind.
Sollte Dein Hund hierbei keinerlei oder kein gesteigertes Aggressionsverhalten zeigen, besteht durchaus die Möglichkeit, das ihr um einen Wesenstest herumkommt. Ein Training in einer guten Hundeschule ist auf jeden Fall sinnvoll!

Ohne dieses unabhängige Gutachten hat das Ordnungsamt Aussage gegen Aussage, sprich einen geschädigten der angibt das Dein Hund "böse" ist und Eure Stellungnahme, das er ja eigentlich völlig lieb ist. (Welcher Hund ist das nicht, aus Sicht des eigenen Besitzers....)

Mit ziemlicher Sicherheit wird er Euren Hund jetzt als gefährlich einstufen, damit sich Experten diesen Hund ansehen, sprich Wesenstest. Denn stell Dir mal vor, das Ordnungsamt legt aufgrund Eurer Stellungnahme die Akte weg und in Kürze beißt dieser Hund tatsächlich ein Kind, o.ä?! Dann wird jeder sagen, die Behörde wusste von der Gefährlichkeit und hat nicht reagiert........ Dumm gelaufen und davon abgesehen ist es auch sehr verantwortungslos!

Wenn ihr jedoch bereits eine unabhängige Meinung eines Experten einreicht, so kann das Ordnungsamt jetzt durchaus die Verantwortung abwälzen.

Sollte es, wie in diesem Beispiel ggf. noch um zivilrechtliche Angelegenheiten wie Schmerzensgeld o.ä. kommen, ist es ratsam zusätzlich einen Rechtsanwalt Deines Vertrauens aufzusuchen.

In jedem Fall solltet Ihr das Problem angehen und an dem Verhalten arbeiten und trainieren. Hier ist ein guter Hundetrainer sehr sinnvoll, damit sich dieses Verhalten nicht wiederholt oder gar zu schlimmeren führt!

Jetzt wurde mein Hund als gefährlich eingestuft, was nun?
Spätestens jetzt empfehle ich Dir einen auf diesem Gebiet erfahrenen Hundetrainer. Denn der Wesenstest in Niedersachsen ist nicht vergleichbar mit den namensgleichen Wesenstests in anderen Bundesländer.

Der Niedersächsische Wesenstest entscheidet nämlich nicht, wie in anderen Bundesländern, über Leinen- und/oder Maulkorbbefreiung, sondern darüber ob Du Deinen Hund überhaupt noch behalten darfst!
Wird bei einem Wesenstest eine gesteigerte Aggression gegenüber Menschen und/oder Artgenossen festgestellt, musst Du Dich von Deinem Vierbeiner trennen. dazu sollte es natürlich nicht kommen!
Daher empfehle ich Dir wirklich, das Problem zu trainieren und sich gezielt auf den Wesenstest vorzubereiten.

Den Ablauf und die Vorgaben findest Du hier: Wesenstest für Hunde Niedersachsen

Zusätzlich zum Wesenstest, in dem ausschließlich Dein Hund getestet wird und nicht der Halter, müssen alle Personen die mit dem Hund zukünftig in der Öffentlichkeit spazieren gehen, den praktischen Sachkundenachweis gemäß dem niedersächsischen Hundegesetz (NHundG) ablegen. Dieser wird umgangssprachlich als Hundeführerschein bezeichnet.
Auch wenn eigentlich keine Verpflichtung besteht oder Du diesen bereits abgelegt hast. In diesem Falle muss diese Prüfung aktuell wiederholt werden!

Desweiteren musst Du einen Antrag bei Deinem zuständigen Ordnungsamt stellen, das Du überhaupt einen gefährlichen Hund halten darfst und die Zuverlässigkeit nachweisen. Hier kann es durchaus unterschiedliche Auflagen seitens der Behörden geben. Wird dieser Antrag genehmigt, ist dieser i.d.R. zunächst befristet bis Du alle Unterlagen eingereicht hast (Wesenstest, praktischer Sachkundenachweis).

Im Normalfall hast Du hierfür max. 3 Monate Zeit! Wenn Dein Hund Verhaltensauffälligkeiten vorweist, ist wirklich Eile geboten, denn der Erfolg im Training kommt nicht von heute auf morgen! In begründeten Fällen ist es möglich eine einmalige Fristverlängerung zu erreichen. Dieses solltest Du dann mit Deinem Hundetrainer, bzw. Verhaltensberater besprechen.

Den eigentlichen Wesenstest dürfen nur verhaltenstherapeutisch geschulte Tierärzte abnehmen. Eine Liste der zugelassen Tierärzte bekommst Du automatisch zugesendet.

Selbstverständlich kannst Du Dich an uns wenden, damit wir Deinen Hund vorab testen und begutachten. Auch eine fachgerechte Vorbereitung und Training zum Wesenstest kann bei uns erfolgen.
Ebenso arbeiten wir mit entsprechenden Tierärzten zusammen und begleiten Dich ggf. beim Wesenstest.
Die praktische Sachkundeprüfung kannst Du direkt bei uns ablegen!

gez.
Wolfgang Maschewski
Sachverständiger und Prüfer des Land Niedersachsen für Sachkundeprüfung §3 Abs. 3 des Landeshundegesetz zum Halten von Hunden
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Warum rennt dein Hund bellend zur Tür, wenn es klingelt? Du kennst es sicher: Es klingelt an der Tür, und plötzlich verwandelt sich dein sonst so entspannter Hund in eine sirenenartige Alarmanlage auf vier Beinen. Aber warum machen Hunde das? Und noch wichtiger: Wie kannst du das Verhalten ändern, wenn es dich (und vielleicht auch deine Nachbarn) in den Wahnsinn treibt? 1. Warum bellen Hunde, wenn es klingelt? Es gibt mehrere Gründe, warum Hunde auf das Klingeln reagieren wie ein Security-Team auf Alarmstufe Rot: Instinktive Schutzreaktion: Dein Hund sieht euer Zuhause als sein Revier. Wenn es klingelt, bedeutet das: Eindringling im Anmarsch! Also wird lautstark gewarnt, um den Fremden (Postbote, Nachbar, Pizza-Lieferant) zu vertreiben. Erlerntes Verhalten: Wenn dein Hund jedes Mal, wenn es klingelt, Aufmerksamkeit bekommt (z. B. weil du zur Tür rennst, ihn ansprichst oder ihn beruhigen willst), verstärkt das sein Verhalten. Er lernt: Klingeln = Action = Ich muss bellen! Aufregung und Neugier: Manche Hunde sind einfach aufgeregt, wenn Besuch kommt. Sie verbinden das Klingeln mit der Möglichkeit, neue Leute zu begrüßen oder bekannte Gesichter wiederzusehen. 2. Was kannst du dagegen tun? Die gute Nachricht: Du kannst deinem Hund beibringen, entspannter auf das Klingeln zu reagieren. Hier ein paar bewährte Methoden: Ruhiges Verhalten belohnen Statt deinen Hund fürs Bellen zu bestrafen, übe mit ihm gezielt, ruhig zu bleiben. Eine Möglichkeit: Lass ihn auf seinen Platz gehen, wenn es klingelt, und belohne ihn für stilles Verhalten. Das Klingeln entmystifizieren Wenn dein Hund nur auf das Klingeln reagiert, kannst du es zu einem normalen Geräusch machen. Übe mit einer Aufnahme einer Türklingel und steigere langsam die Lautstärke. Belohne deinen Hund für Gelassenheit. Alternatives Verhalten etablieren Bringe deinem Hund bei, dass er sich auf einen festen Platz begeben soll, wenn es klingelt. Nutze ein Kommando wie „Auf deine Decke“ oder „Bleib“ und belohne ihn, wenn er es befolgt. Klare Regeln für Besucher Sag deinen Gästen, dass sie deinem Hund erst Aufmerksamkeit schenken, wenn er ruhig ist. Kein Begrüßen, solange er wie ein Flummi umherspringt oder bellt. Training mit Konsequenz Klingeltraining funktioniert nur, wenn du konsequent bleibst. Setze feste Regeln und sorge dafür, dass dein Hund versteht, was du von ihm willst – mit Geduld und Klarheit. 3. Fazit Hunde bellen an der Tür nicht, weil sie dich ärgern wollen, sondern weil sie ihre Aufgabe als Wachhund (über-)ernst nehmen oder schlicht aufgeregt sind. Mit Training, Geduld und klaren Signalen kannst du deinem Hund beibringen, dass er auch entspannter auf das Klingeln reagieren kann. Und wer weiß – vielleicht wirst du irgendwann einen Hund haben, der beim Klingeln einfach weiter auf seinem Platz chillt. Bis dahin: Bleib dran und viel Erfolg beim Training!
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Welpenschule – Der beste Start ins Hundeleben Ein Welpe zieht ein – das bedeutet Freude, Kuscheleinheiten und jede Menge Chaos! Damit aus dem kleinen Wirbelwind ein entspannter Begleiter wird, ist eine gute Sozialisierung und frühes Training entscheidend. Genau hier setzt unsere Welpenschule an! Spielerisch lernen – von Anfang an In unserer Welpengruppe geht es nicht nur ums Spielen (auch wenn das ein wichtiger Teil ist!). Wir helfen deinem Welpen, sich an verschiedene Umweltreize zu gewöhnen und angemessen mit Artgenossen zu interagieren. Die Gruppen sind nach Größe getrennt, damit sich kleine und große Rassen wohlfühlen und sicher miteinander spielen können. Denn nichts ist wichtiger, als positive Erfahrungen in den ersten Lebenswochen! Erste Übungen für den Alltag Neben der Sozialisierung starten wir auch mit den ersten wichtigen Grundsignalen: An lockerer Leine laufen – entspannt spazieren gehen, statt als Schlittenhund davonzuziehen. Sitz, Platz, Bleib – Grundlagen für Ruhe und Kontrolle im Alltag. Rückruf – weil es einfach schöner ist, wenn der Hund freiwillig kommt und nicht nur, wenn er gerade nichts Besseres zu tun hat. Das Ganze natürlich mit positiver Verstärkung, aber auch mit der nötigen Konsequenz – damit dein Hund nicht nur Tricks lernt, sondern auch versteht, was von ihm erwartet wird. Warum eine gute Welpenschule so wichtig ist Ein gut sozialisierter und erzogener Hund macht das Zusammenleben viel entspannter. Er weiß, wie er sich in der Menschenwelt benehmen soll, bleibt auch in neuen Situationen gelassen und hört zuverlässig auf seine Bezugsperson. Unsere Welpengruppe bietet den perfekten Rahmen, um von Anfang an die richtigen Weichen zu stellen. Mit viel Geduld, Spaß und Fachwissen begleiten wir dich und deinen Hund auf diesem spannenden Weg. Jetzt anmelden! Du willst deinem Welpen den bestmöglichen Start ins Leben ermöglichen? Dann melde dich jetzt zu unserer Welpenschule an und sichere dir einen Platz in einer unserer Gruppen! Wir freuen uns auf dich und deinen kleinen Vierbeiner! 🐶🎉 Immer Sonntags für die großen Rassen um 9:30 Uhr und die kleinen Rassen um 10:30 Uhr. Weitere Infos und Anmeldung
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